Architektur macht Schule
Gefährdung des UNESCO-Welterbes Kölner Dom
Auf Jahn-Turm nicht verzichten“
Welche Folgen hat die Unesco-Entscheidung für Köln? Darüber sprachen Peter Berger und Franz Sommerfeld mit Oberbürgermeister Fritz Schramma.
KÖLNER STADT-ANZEIGER: Der Dom ein weiteres Jahr auf der Roten Liste der bedrohten Weltkulturerbe-Denkmäler. Wie geht's jetzt weiter?
FRITZ SCHRAMMA: Wir werden erst einmal den genauen Wortlaut des Protokolls abwarten. Baudezernent Bernd Streitberger hat mir berichtet, dass es in Durban ja nicht einmal eine Abstimmung über die Dom-Frage gegeben hat.
KÖLNER STADT-ANZEIGER: Was denn sonst?
SCHRAMMA: Ich will mich vorsichtig ausdrücken, habe aber den Eindruck, dass die Hardliner so lange argumentiert haben, bis die anderen mundtot waren.
KÖLNER STADT-ANZEIGER: Welche anderen?
SCHRAMMA: Zum Beispiel die Vertreter aus Portugal, Großbritannien und Russland, die unsere Position unterstützt haben.
KÖLNER STADT-ANZEIGER: Und zum Teil in diesem Jahr aus dem Komitee ausscheiden werden.
SCHRAMMA: Das ist ja das Problem. Wir müssen befürchten, dass wir im kommenden Jahr noch weniger Unterstützung erfahren werden.
KÖLNER STADT-ANZEIGER: Wann ist die Schmerzgrenze erreicht?
SCHRAMMA: Wir tun wirklich alles, um den Dom zu schützen. Aber auf den Jahn-Turm können und werden wir nicht verzichten. Das ist zumindest meine Überzeugung.
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Kölner Stadtanzeiger, 17.7.2005
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