Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Aktuelles

13.10.2017

Volles Haus beim Kammerabend für Landschaftsarchitekten

Wie bleiben unsere Städte grün, wenn sich das Klima ändert? Diese Frage stand beim Kammerabend für Landschaftsarchitekten im Mittelpunkt, zu dem mehr als 60 hessische Landschaftsarchitekten und Absolventen am 12. Oktober ins Haus der Architekten in Wiesbaden kamen.

Alle Fotos auf dieser Seite: AKH/ Christoph Rau


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In ihrer Begrüßungsrede betonte Corinna Endreß, Landschaftsarchitektin und Mitglied im Vorstand der AKH, dass der Kammerabend als Veranstaltungsformat der Information und fachlichen Weiterbildung dient und den Landschaftsarchitekten darüber hinaus Gelegenheit gibt, ihre Anliegen vorzubringen. Mit Verweis auf die beiden Freianlagenprojekte, die beim diesjährigen Architekturpreis "Auszeichnung vorbildlicher Bauten im Land Hessen" ausgezeichnet wurden, ermutigte sie die Teilnehmer zudem, sich um ausgelobte Preise und Auszeichnungen zu bewerben, um für sich und ihre Arbeit zu werben.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Stefan Kappes, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgruppe Landschaftsarchitektur der AKH, der einleitend die schwierigen, innerstädtischen Rahmenbedingungen für die Grünplanung skizzierte.

Welche Bäume und Gehölze im Stadtraum dem sich ändernden Klima standhalten können und zukunftsfähig sind, darüber berichtete Klaus Körber von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Körber betonte, dass nicht alle einheimischen Bäume mit den extremen Wetterbedingungen zurechtkommen. Seiner Erfahrung nach sind andere, nicht einheimische Baumarten oftmals besser an das sich verändernde Klima angepasst. Dabei verwies er auf erste Ergebnisse der Langzeitstudie "Stadtgrün 2021", bei der vielversprechende Baumarten auf ihre Eignung als stresstolerante, klimafeste Stadtbäume der Zukunft getestet werden. Körber ermutigte die Landschaftsarchitekten, auch mal "Neues" zu pflanzen und gab mit seiner Empfehlungsliste konkrete Tipps zu Bäumen und Gehölzen für den urbanen Bereich. Im Anschluss an den lebhaften und humorvollen Vortrag konnten Fragen an den versierten Referenten gestellt werden, wovon die Teilnehmer auch äußerst rege Gebrauch machten.

Was der Klimawandel konkret für die Arbeit der städtischen Grünflächenämter bedeutet, zeigte anschließend  Bernd Roser, Leiter der Abteilung Grünflächenunterhaltung der Stadt Frankfurt, in seinem Praxisbericht auf. Einleitend betonte er, dass die im Weißbuch-Prozess forcierte Diskussion um die Bedeutung des Stadtgrüns die Position der Grünflächenämter gestärkt habe. Die Arbeit werde jedoch von Jahr zu Jahr komplexer: Allein in 2016 kamen in Frankfurt 23 Hektar Grünfläche, was etwa 23 Fußballfeldern entspricht, sowie 500-1.000 Bäume hinzu – nicht zuletzt durch die Erschließung  von Neubaugebieten in der rasant wachsenden Mainmetropole. Den einen idealen Stadtbaum, sind sich Roser und Körber einig, gibt es nicht. Entscheidend sei vielmehr die Vielfalt. Im Zuge der Klimaanpassungsstrategien für Frankfurt sei vor allem das Wassermanagement Kernaufgabe. Um das Verständnis und das Bewusstsein der Bevölkerung zu schärfen, müsse eine Öffentlichkeitsarbeit im weitesten Sinne betrieben werden. Zu diesem Zweck wurde das GeoPortal Frankfurt ins Leben gerufen und auch das Baumkataster online gestellt. Hier finden Sie die Präsentation aus dem Grünflächenamt zum download:
Praxisbericht aus dem Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main (PDF)

Ein Einblick in die Gremiumsarbeit der Arbeitsgruppe Landschaftsarchitektur von Anke Bosch rundete das Vortragsprogramm ab. Die Landschaftsarchitektin forderte ihre Kolleginnen und Kollegen auf, die Kammer als Sprachrohr zu nutzen und Themenvorschläge zu formulieren, zum einen für den kommenden Landschaftsarchitektentag, zum anderen in Hinblick auf den Wahlprüfstein "Landschaftsplanung", der seitens der Kammer für die hessische Landtagswahl in 2018 erarbeitet wird.

Der Kammerabend für Landschaftsarchitekten wurde inhaltlich wieder von der Arbeitsgruppe Landschaftsarchitektur der AKH unter dem Vorsitz von Dieter Herrchen konzipiert. Bei einem kleinen Imbiss und guten Gesprächen, in denen auch angeregt über die beiden Fachvorträge diskutiert wurde, klang ein ebenso spannender wie informativer Abend aus.



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