Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Aktuelles

27.09.2017

Hessischer Architektentag "Land in Sicht" eröffnet

Heute lädt die AKH zum Hessischen Architektentag in die Hugenottenhalle nach Neu-Isenburg ein. Der Architektentag zählt zu den wichtigsten Terminen für Architekten und Stadtplaner in Hessen. Mit dem Leitthema "Land in Sicht" wird in diesem Jahr der Fokus auf die ländlichen Räume erweitert.

v.l.n.r.: Harting, Nagel, Holz, Haimerl, Hoffmann


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Bezahlbarer und attraktiver Wohnraum für alle ist eine Voraussetzung für die Sicherung des sozialen Zusammenhalts der Gesellschaft. Dabei könnten die Situationen in ländlichen Räumen und Ballungsräumen nicht unterschiedlicher sein: Leerstand auf der einen, eklatanter Mangel an bezahlbarem Wohnraum und preisgünstigen Neubaugrundstücken auf der anderen Seite.

"Wir müssen die Peripherie der Städte und den ländlichen Raum stärken“ so AKH-Präsidentin Brigitte Holz in Ihrer Eröffnungsrede vor rund 600 Teilnehmern. "Wenn dieser nicht auf allen Ebenen so attraktiv wie möglich ist, wird Hessens arbeitende Bevölkerung versuchen, sich langfristig im Rhein-Main-Gebiet und in den Uni-Städten in Mittel- und Nordhessen zu konzentrieren. Viele nicht nur landschaftlich, sondern auch baukulturell bedeutende Regionen werden ausbluten. Regionalmanagement, analog zum Stadtteilmanagement, ist unabdingbar."

Der Architektentag nimmt die aktuellen Herausforderungen des Wohnungsbaus in den Blick und beschäftigt sich mit den verschiedensten Facetten dieses gesellschaftlich enorm relevanten Themas. Welche Wohnformen benötigt unsere heutige Gesellschaft? Wie sind diese im Kontext der Stadt, einer Stadtregion oder im ländlichen Raum zu konzipieren? Welche Chancen bieten Digitalisierung und Mobilität für eine ressourcenschonende Vernetzung von Stadt und Land? Wie gelingt es, Wohnstandorte zu stabilisieren, die von Schrumpfung bedroht sind?

Ein hervorragendes Beispiel, wie das auch "auf dem Land" gelingen kann, lieferte der Münchner Architekt Peter Haimerl mit seinem vielfach ausgezeichneten Blaibach-Projekt. "Blaibach ist überall", sagte Haimerl. "Eine nachhaltige und qualitativ hochwertige Entwicklung wie dort ist möglich, wenn der Kern der impulsgebenden Initiativen höchsten kulturellen und architektonischen Ansprüchen gerecht wird."

Und Michael Triebswetter, Landschaftsarchitekt aus Kassel, der u. a. seine Planungen für Eschwege vorstellte, ergänzte: "Gerade in den Klein- und Mittelstädten außerhalb der Ballungsräume besteht ein großer Nachholbedarf, was die Wiedereroberung von ehemals autogerecht geplanten Stadträumen angeht. Im intensiven Dialog mit einer engagierten Bürgerschaft können auch mit knappen Mitteln lebenswerte Freiräume entstehen, die die Ansprüche der vielfältigen Akteure in der Stadt unter einen Hut bringen."

Bei dem von der Akademie der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen in Kooperation mit der LBS Hessen-Thüringen veranstalteten Kongress blicken Experten verschiedener Fachrichtungen nicht nur auf Städte, sondern auch auf kleine und mittlere Gemeinden, deren Aktivierung durch qualitätsvolle Siedlungsentwicklung, Architektur, Infrastruktur und Teilhabe machbar ist. Moderiert wird die Tagung von der F.A.Z.-Redakteurin Mechthild Harting.

Weitere Informationen sowie das Vortragsprogramm finden Sie hier.



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