Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur studieren in Hessen

Bachelor und Master müssen konsekutiv erfolgen

Nicht jedes fünfjährige Studium erfüllt allerdings automatisch die Voraussetzungen, die in dem Beitrag über die formalen Anforderungen an das Studium nach dem Hessischen Architekten- und Stadtplanergesetz (HASG) dargelegt sind.

1. Studium der Architektur, Innen- und Landschaftsarchitektur:
Wird zunächst in diesen drei Studienbereichen ein sechssemestriger Bachelor-Stu­diengang absolviert und soll sich ein viersemestriger Master-Studiengang anschlie­ßen, so muss unbedingt darauf geachtet werden, dass die Studiengänge konsekutiv sind. Das heißt, dem Bachelor-Studiengang „Hochbau“ folgt ein Master-Studiengang „Hochbau“, dem Bachelor-Studiengang „Innenarchitektur“ ein Master-Studien­gang „Innenarchitektur“ und dem Bachelor-Studiengang „Landschaftsarchitektur“ ein Master-Studiengang „Landschaftsarchitektur".

Ist dies nicht der Fall, wenn beispielsweise nach einem dreijährigen Bachelor-Stu­diengang „Hochbau“ ein zweijähriger Master-Studiengang „Innenarchitektur“ ange­schlossen wurde, hat das grundsätzlich zur Folge, dass weder eine Eintragung in das Berufsverzeich­nis der Architekten noch in das der Innenarchitekten Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen möglich ist.

2. Studium der Stadtplanung:
Nach dem HASG (pdf) ist zu unterscheiden, ob Stadtplaner mit einer Ausbildung in der Fachrichtung Stadtplanung sowie Raumplanung oder mit einer Ausbildung in den Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen, Geographie, Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung, Vermessungswesen oder Landespflege eingetragen werden wollen.

Für Absolventen mit einem dem Master-Abschluss vorausgehenden Bachelor-Ab­schluss in Stadtplanung oder Raumplanung gilt das Gleiche wie zuvor für die Eintragung in die Berufsverzeichnisse für Architekten (Hochbau), Innenarchitekten und Land­schaftsarchitekten ausgeführt.

Absolventen mit einem dem Master-Abschluss vorausgehenden Bachelor-Abschluss in den Fachrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen, Geographie, Landschaftsarchitektur und Landschaftsplanung, Vermessungs­wesen oder Landespflege dagegen müssen einen Schwerpunkt oder ein Aufbau- oder Ergänzungsstudium der Stadtplanung nachweisen. Dies kann im Einzelfall auch einen nichtkonsekutiven Studienablauf nach sich ziehen, wenn also auf einen Bachelor-Abschluss beispielsweise in Architektur ein Masterstudium der Stadtpla­nung folgt. Damit wäre die Regel-Eintragung - siehe auch den Beitrag über die formalen Anforderungen an das Studium - als Stadtplaner möglich.

3. Master-Studiengänge mit besonderen Profilbildungen bzw. Spezialisierungen
Bei Masterstudiengängen, die besondere Profilbildungen bzw. Spezialisierungen aufweisen, lässt sich oftmals nicht auf Anhieb eine Aussage darüber treffen, ob sie konsekutiv sind.

Folgende Kriterien sind maßgeblich:

  • Der Absolvent des Masterstudienganges muss ein mindestens dreijähriges, erfolgreich abgeschlossenes Bachelorstudium in einer der zur Eintragung in das Berufsverzeichnis befähigenden Fachrichtung (Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung) abgeschlossen haben. Ein solcher Bachelorabschluss muss Eingangsvoraussetzung für die Aufnahme des Masterstudiengangs sein.
  • In dem Masterstudiengang sind wenigstens 60 ECTS-Punkte, jeweils bezogen auf die Fachrichtung, in der der Bachelorabschluss erworben wurde, nachzuweisen, um zu einer Eintragung in das jeweilige Berufsverzeichnis mit dem Master zu gelangen. Vorzugsweise sollte auch die Masterthesis diesen Fachrichtungsbezug aufweisen.
  • Ist ein Absolvent eines Studienganges mit einer besonderen Profilierung in der Architekten- und Stadtplanerkammer eintragungsfähig, heißt dies noch nicht, dass damit ein Anspruch auf die automatische Anerkennung des Abschlusses in anderen europäischen Staaten besteht. Dieser Anspruch ist erst dann durchsetzbar, wenn der Master als übereinstimmend mit der Europäischen Berufsanerkennungsrichtlinie notifiziert ist. (Für die Beantragung der Notifizierung sind die Hochschulen zuständig.)

Orientierung können auch die Leitfäden der Bundesarchitektenkammer bieten, die im Namen aller Länder-Architektenkammern erarbeitet wurden.

Unser Service

Sind Sie im Zweifel und ist die Hochschule nicht in der Lage, eine verbindliche Aussage zur Eintragung in ein Berufsverzeichnis zu treffen, können Sie bei uns eine informelle Vorprüfung durchführen lassen.

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