Architekten- und Stadtplankammer Hessen

Architektur studieren in Hessen

Die berufspraktische Tätigkeit

Wer Architekt, Innenarchitekt, Landschaftsarchitekt oder Stadtplaner werden will, muss nach dem Studium eine den Anforderungen des Hessischen Architekten- und Stadtplanergesetzes (HASG) entsprechende Berufspraxis absolviert haben.

Wer ein berufsqualifizierendes Studium mit einer Regelstudienzeit von mindestens vier Jahren mit einer entsprechenden Hochschulprüfung erfolgreich abgeschlossen hat, muss eine nachfolgende hauptberufliche praktische Tätigkeit in dem betreffen­den Fachgebiet in Vollzeitbeschäftigung von zwei Jahren oder in Teilzeitbeschäfti­gung, die einer vergleichbaren Vollzeitbeschäftigung von zwei Jahren entspricht, ab­solvieren und in dieser Zeit Fortbildungsmaßnahmen in einem Umfang von mindestens 80 Unterrichtsstunden wahrnehmen.

Die Inhalte der berufspraktischen Tätigkeit und die Dauer und Inhalte der Fortbildung während der berufspraktischen Tätigkeit werden in Hessen durch die Hessische Verordnung über die Berufspraxis zur Eintragung in ein Berufsverzeichnis der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (pdf) vom 22. September 2008 geregelt, die am 1. November 2008 in Kraft getreten ist (sogenannte Berufspraxisverordnung). Für Absolventen eines Studiums mit einer Regelstudienzeit von mind. 4 Jahren gelten hinsichtlich der Übergangsvorschriften nach § 6 der Berufspraxisverordnung Sonderregelungen:

  1. Wenn Sie am 30.11.2008 bereits 18 Monate Berufspraxis erbracht haben, sind keine Nachweise über die Baustellenpraxis sowie Fortbildungsstunden zu erbringen.
  2. Wenn Sie spätestens am 30.11.2008 bereits mehr als 6 Monate der Berufspraxiszeit erbracht haben, sind die Baustellenpraxis sowie Fortbildung nur anteilig entsprechend der noch zu erbringenden Berufspraxiszeit nachzuweisen.
    Sollte dies auf Sie zutreffen, können wir Ihnen auf schrifliche Anfrage zur überschlägigen Ermittlung der von Ihnen in diesem Fall noch zu erbringenden anteiligen Baustellenpraxis sowie Fortbildung eine Hilfestellung bieten.

Zu beachten ist, dass während der Berufspraxis eine Baustellenpraxis von mindestens sechs Monaten zu absolvieren ist. Diese kann gem. § 2 Abs. 2 Satz 2 der Berufspraxisverordnung in einem Block oder in mehreren zeitlichen Blöcken oder in der gesamten Zeit der praktischen Tätigkeit berufsbegleitend erbracht werden. Dies betrifft die Berufsangehörigen des Fachgebiets Architektur (siehe hierzu § 3 Nr. 1 g) Berufspraxisverordnung), des Fachgebiets Innenarchitektur (siehe hierzu § 3 Nr. 2 g) Berufspraxisverordnung) und des Fachgebiets Landschaftsarchitektur (siehe hierzu § 3 Nr. 3 i) Berufspraxisverordnung). Es wird dringend empfohlen, sich mit den Anforderungen der Berufspraxisverordnung rechtzeitig vertraut zu machen.

Anforderungen an die Berufspraxis

Die Berufspraxis umfasst nach § 4 Abs. 3 Hessisches Architekten- und Stadtplanergesetz (HASG) „eine unter fachkundiger Aufsicht einer berufsangehörigen Person ausgeübte Tätigkeit in wesentlichen dem entsprechenden Fachgebiet entsprechenden Berufsaufgaben und die Teilnahme an Fortbildungsmaßnahmen“. Das bedeutet, dass die Berufspraxis mit der Fachrichtung des Studiums überein­stimmen muss, denn sie soll diejenigen Kompetenzen, die während des Studiums erworben wurden, durch Praxiserfahrung ergänzen.

Absolventen mit dem Studium der Architektur müssen also Praxiserfahrung im Hoch­bau nachweisen können, Absolventen der Innenarchitektur im raumbildenden Aus­bau, Absolventen der Landschaftsarchitektur oder der Landespflege in der Freiraum- und Landschaftsplanung und Absolventen der Stadtplanung in der Stadtplanung. Alle anderen Kombinationen führen nicht zur Eintragung in ein Berufsverzeichnis der Kammer.

Während der berufspraktischen Tätigkeit müssen die Absolventen die in der Hessischen Ver­ordnung über die Berufspraxis zur Eintragung in ein Berufsverzeichnis der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen (pdf) aufgelisteten Themen in praktischer Arbeit ab­leisten und zusätz­lich mit theoretischem Wissen anreichern. Die Vielzahl der je­weils abzuarbeitenden bzw. nach­zuweisenden Themen kann in dem einen oder anderen Fall auch dazu führen, dass der Nach­weis innerhalb der vorgeschriebenen Mindest­zeit von zwei bzw. vier Jahren nicht gelingt. In solchen Fällen kann sich die Zeit der praktischen Tätigkeit verlängern, bis die notwendigen Nachweise erbracht werden können.

Architektensuche

Finden Sie für Ihr Bauvorhaben
das passende Architekturbüro.
Zur Suche